12 Berliner Lieblingsbars

Wer am Wochenende kommt, bekommt im Aviv 030 Live-Musik von wechselnden DJs zum Drink dazu. Bildnachweis: Aviv 030
Die Cocktailkarte im Aviv 030 variiert mit der Saison. Beliebt ist gerade der Amaretto Sour.

Bereits in den Zwanzigerjahren galt Berlin als die Stadt der überlaufenden Champagnerpyramiden und einer pulsierenden Barkultur. Aus dem lebendigen Nachtleben entwickelte sich eine  weltweit einzigartige Technoszene, die bis heute viele Leute in die Stadt zieht. Dadurch florierte wiederum auch die Barszene und sowohl kreative als auch klassische Konzepte etablierten sich. 

Mit selbst gepflückten Kräutern aus Berliner Gärten kreiert eine Neuköllner Bar würzige Drinks, mit Samt, Messing und Neon lässt ein palastartiges Lokal am Potsdamer Platz die Zwanzigerjahre wieder aufleben. Leger ist ein israelisch inspiriertes Aperitivo-Konzept, wo die Musik am Wochenende von Live-DJs kommt. 

Das Schönste: Berlin hat so ziemlich alles zu bieten. Lesen Sie hier über 12 Berliner Lieblingsbars. 

Velvet (Neukölln)

Das gegenwärtig die Gastronomie bestimmende Farm-to-table-Konzept holt das Velvet vom Teller ins Glas, Farm to Shaker gewissermaßen. An seinen freien Tagen sammelt das Team rund um die aktuelle Barchefin Sarah Swantje Fischer Blumen und Kräuter in Berlin und der näheren Umgebung, um sie mithilfe eines Rotationsverdampfers, einem Gerät, das normalerweise in chemischen Laboren zum Einsatz kommt, in Essenzen und Destillate zu verwandeln. Anderes kommt von lokalen Höfen. Folglich ist die Karte hyperlokal und hypersaisonal. Auf dem Menü findet sich beispielsweise ein Drink aus Gin, Blut-Johannisbeeren und Weißwein oder einer mit Vermouth rosé, Chinotto und japanischem Staudenknöterich, geerntet in den Prinzessinnengärten am Moritzplatz in Kreuzberg. Aufregend ist weniger das Interieur – goldgelbe Decke, minimalistisch-anthrazitfarbenes Design – als das Getränkekonzept.

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The Alchemist Bar & Restaurant (Mitte)

Orangefarben und leicht dampfend ist der Lightbulb Moment aus Gin, Pimm’s, Himbeer und Zitrone.
Der Lightbulb Moment aus Gin, Pimm’s, Himbeer und Zitrone leuchtet seinem Namen getreu.
Bildnachweis: The Alchemist Bar & Restaurant

Das The Alchemist steht für molekulare Mixologie und spektakuläre Drinks. Im Mai 2023 eröffnete die Cocktailbar am Potsdamer Platz und zog die Aufmerksamkeit der Berlinerinnen und Berliner durch rauchende, dampfende, blubbernde oder gar verschwindende Drinks auf sich. Die Bar machte sich durch die multisensorischen Trinkerlebnisse einen Namen, bei denen nicht nur Geschmack, sondern auch Farbe, Konsistenz, Geruch, Temperatur und sogar Sound eine Rolle spielen. Der Drink aus Ketel One Vodka, Apfellikör, Selters und Zitrus verändert beim Trinken seine Farbe. Die Kreation aus Mezcal Perro De San Juan, Limoncello, Zitrone und Agave kommt mit knusprigem Baiser. Dazu gibt es Barfood bis spät in die Nacht, wie Nori-Chips, knusprige Gyoza, oder Veggieburger. Das Herzstück des runden, verglasten Baus ist die riesige Bar mit einem Tresen, an welchem man beinahe rundum Platz nehmen kann.

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Ottorink Weinbar (Kreuzberg)

Etwas versteckt hinter dem zwölfstöckigen Gebäude am berühmten Kottbusser Tor in Kreuzberg liegt die Ottorink Weinbar. Nach seinem Großvater benannt, eröffnete der Besitzer Michael Rowe die intime Weinbar, in der die bis unter die Decke reichenden Weinregale deutlich machen, worum es geht. Die Karte umfasst Flaschen aller Stile und Regionen mit einem europäischen Fokus. Sowohl traditionelle Weine in rot, weiß und rosé als auch naturnahe und funkige Weine in orange, gold und prickelnd werden ausgeschenkt. Dazu empfiehlt sich eine der Platten mit ausgewähltem Käse oder dünn aufgeschnittenen Schinken, Oliven und Pickles. Hier kann in Ruhe versackt werden, das Ottorink schließt nämlich dann, wenn die letzten Gäste gegangen sind.

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FABELEI Cocktailbar (Schöneberg)

Die Karte in der FABELEI ist klein aber vielseitig: Hochprozentige, fruchtig-leichte, lange und kurze Drinks sind vertreten.
Die Karte der Bar ist klein aber vielseitig: starke, fruchtig-leichte, lange und kurze Drinks sind vertreten.
Bildnachweis: ©FelixZimmermann, FABELEI

Von der sonnenbeschienenen Terrasse der FABELEI hat man einen Blick ins schöne Schöneberg. 2019 eröffneten die Inhaber Anastasia und Filip Schöck-Bochenski die Bar und schafften durch helle Holztöne und von der Decke hängende Blüten und Pflanzen einen gemütlich-eleganten Ort – geeignet, um mit einem Aperitivo den Tag auszuklingen oder ihn mit ein paar Cocktails bis in die Nacht auszudehnen. Die Drinks werden aufwändig zubereitet aus hausgepressten Serums, Säften und Sirups. Ihr Falernum, ein süßer Mandellikör mit Ingwer, Nelken und Limette, kommt gemixt mit Rum, Peychaud Bitters und Soda, ein hauseigener Vermouth Blend wird mit Campari und Tanqueray London Dry Gin zum Negroni. Wiedererkennungswert haben auch die selbstgeschnittenen Eiswürfel, in die ein geschwungenes “f” eingraviert ist, das bis zum letzten Schluck erkennbar bleibt.

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Kink Bar & Restaurant (Mitte)

Der Industriecharme im Kink wird kombiniert mit Samt und einer künstlerischen Lichtinstallation an der Decke des Lokals.
Die Verbindung aus lockerem Fine-Dining und Bar zeigt sich auch im Interior des Kink.
Bildnachweis: Kink Bar & Restaurant

Die Mischung im Kink aus Bar und Casual-Fine-Dining-Restaurant stellt in Berlin eher die Ausnahme dar. Der Hauptraum ist eine Sensation, Samtvorhänge, Industriedesign, eine Lichtinstallation des Künstlers Kerim Seiler, die aussieht wie betrunkene Parabeln. Barchef Arun Naagenthira Puvanendran arbeitet gerne mit dem Rotationsverdampfer, um die Aromen von Kräutern und Gewürzen in die Gläser seiner Gäste zu bringen. Das klingt dann so: Eau-de-Vie de Cidre aus der Normandie gemixt mit Tequila, Grapefruitwasser, Tamarinde, Cajun-Gewürz und Rote Bete-Tajin oder Wodka mit Ras El-Hanout, Passionsfrucht, Karotten-Pfirsich-Port und Orangenblüten. Wer möchte, bekommt diesen mit hausgemachtem Cream Soda aufgefüllt, einer süßen Brause mit Vanillearoma, deren Geschmack für so manche Kindheitserinnerungen weckt.

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Aviv 030 (Neukölln)

Helles Holz, bunte Bilder und hier und da eine Pflanze machen das Aviv 030 gemütlich.
Lichtdurchflutet und freundlich lädt das Aviv 030 ein zum israelisch angehauchten Aperitivo.
Bildnachweis: Aviv 030

Aviv 030 verkünden die roten Leuchtbuchstaben über dem Eingang, und meinen die israelische Antwort auf das italienische Aperitivokonzept. Also kleine Teller zum Teilen, dazu gute Drinks wie Amaretto Sour mit Zitronen und Orangensaft oder Aviv Rosata mit der israelischen Nationalspirituose Arak. Das Essen spiegelt die reichhaltige Streetfood-Kultur des Nahen Ostens wider. Mittags gibt es Shakshuka und mit Pankobröseln ummantelten Blumenkohl. Das Fleisch im Kebap kommt von der Neuköllner Blutwurstmanufaktur und der Hummus ist, Ehrensache, hausgemacht. Abends traut sich die Küche mehr, in Form von Fisch-Tacos oder hausgemachten Grießnudeln mit Amba, einer levantinischen Mangosoße, Erbsen und Basilikum. Spätestens am Wochenende verwandelt sich das Bistro in einen Miniclub mit Live-DJ.

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BRLO Brwhouse (Kreuzberg)

Die butterzarten Rippchen im BRLO kommen vom Freiland-Bauern aus Schwäbisch Hall.
Wenn es im BRLO Fleisch gibt, dann nur von erlesener Qualität, wie die butterzarten Rippchen aus Schwäbisch Hall.
Bildnachweis: Seren Dal, BRLO Brwhouse

Am östlichen Eingang  des Parks am Gleisdreieck liegt das BRLO Brewhouse, ein urbaner Biergarten mit angeschlossenem Restaurant, untergebracht in 38 Überseecontainern. Wer Berlins bestes Craftbeer sucht, wird hier fündig. Denn in der hauseigenen Brauerei wird das deutsche Reinheitsgebot neu gedacht und Helles, IPA und Pale Ale aus lokalen Zutaten gebraut. Für das alkoholfreie Naked verwenden sie Brotreste der Bäckerei Zeit für Brot, für die Berliner Weiße Erdbeeren von Karls. Ebenso lokal geht es in der Küche des BRLO zu, in der Gemüse der Star und Fleisch eine Beilage ist. Zur Brandenburger Burrata gibt es eine grüne Shakshuka, der Hummus ist geräuchert und wird mit Petersilienöl und Zitronencreme verfeinert. Vom Restaurant aus schaut man direkt in die Brauerei, durch die man Führungen buchen kann.

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Cecconi’s (Mitte)

Bereits im ersten Stock des Soho House an der Torstraße beginnt die kosmopolitische Atmosphäre: Das Cecconi’s besticht durch italienische Grandezza mit Kassettendecken, Marmorböden und roten Ledersofas. Spezialisiert ist sie auf Fisch, hausgemachte Pasta und mediterranes Soulfood wie frittierte Calamari und Tonnarelli Cacio e Pepe mit Extratrüffel. Die Barkarte ist international ausgerichtet. Der Soho Mule kommt wie sein Vorbild mit Wodka, Limettensaft und Ginger Beer, der Mambo Italiano ist eine Hommage an den erfolgreichen Popsong aus den 50er Jahren und überzeugt durch weißen Rum, Limette, Thymian und einer schwebenden Schicht Rotwein. Bei gutem Wetter sitzt man auf der Torstraße.

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Amano Bar (Mitte)

Von der Dachterrasse der Amano Bar blickt man direkt auf die Berliner Skyline, im Vordergrund der Fernsehturm.
Unter den Sternen Cocktails schlürfen, dazu der Blick über Berlin – das Amano Hotel hat eine Rooftop Bar.
Bildnachweis: Amano Bar

Hotelbars haben einen ganz speziellen Charme. Ein wenig wie Urlaub in der eigenen Stadt für Einheimische oder als Ausgangspunkt, um eine fremde Stadt zu erkunden. Für Ersteres spricht der stilvolle, dunkel gehaltene Raum, geschmückt von Kristalllampen und einem grünen Marmortresen. Der Amano Mule fügt dem bewährten Klassiker aus Wodka, Gurke und Ginger Beer Absinth hinzu, der Mexican Royal punktet mit Tequila, Pfirsich, Vanille und Sekt. Oder darf es ein Bitter is Better sein, mit Campari, Gin, Orange und Minze? So schön es im Erdgeschoss des Hotels auch ist, sollte man bei gutem Wetter doch den Weg nach oben auf sich nehmen. Auf dem Dach des Hotels befindet sich eine Rooftopbar mit hölzernen Loungemöbeln und Blick auf den Fernsehturm. DJ inklusive.

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Frederick’s (Tiergarten)

Rosa Samt, verspielte Lampenschirme und kunstvolle Gemälde – im Frederick’s verweilt es sich palastartig.
Rosa Samt, verspielte Lampenschirme und kunstvolle Gemälde – im Frederick’s verweilt es sich palastartig.
Bildnachweis: Frederick’s

Das Einrichtungskonzept im Frederick’s ist mutig: viel Messing, viel Samt, Muster und Pastell. Das Restaurant serviert Ceasar Salad, Risotto und Chateaubriand, zum Dessert Schokoladentarte mit Kirschsorbet. Eine gleichwertige Rolle spielt die hufeisenförmige Bar, an deren Rückseite Kussmünder in Neonfarben leuchten. Von dort kommen ein vierjähriger Bacardi mit Minze, Limette, Bergamotte und Honig; Yuzu Sake mit Gin, Gurke, Verjus und Wassermelone oder ein Drink namens Aztec Chocolate mit Riesling, roter Johannisbeere, Limette, weißer Schokolade und Eiweiß. Wer davon Hunger bekommt, freut sich über das Barmenü, mit Schinkensandwich und Rice Fries mit Tomatenmarmelade.

Ngon (Mitte)

Das Restaurant von Inhaber Nguyen Tuan Duys gleicht einem indochinesischen Traum, mit Holzjalousien, aus Vietnam importierten Bodenfliesen, glutroten Lampions und üppigem Pflanzenarrangement, so aufwendig zusammengestellt, dass schon Filmteams kamen. Le Van Siengs Küche ist eine Liebeserklärung an Vietnam: hausgemachter Tofu, Tamarinden-Ananas-Suppe, Jakobsmuscheln mit Kaviar und die nordvietnamesische Schweinebauchspezialität Bún chả Obama. Die Barkarte vereint Bewährtes mit verspielten Ansätzen, eine Negronivariante mit Grapefruit oder Kurkuma Basil Smash. Daneben gibt es zahlreiche Signature Cocktails, entwickelt von Barmanager Jerome Pätzold. Ein Fokus liegt zudem auf hausgemachten Eistees, die wiederum Basis sind für einige Cocktails wie den Full Moon Tea Cup mit Sake, Zacapa und Honig-Mandarinen-Sirup.

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Mr. Susan (Mitte)

Für den Korean Paloma kombiniert Inhaberin Susan Choi Tequila mit GohChuJhang Syrup.
Inhaberin Susan Choi verleiht ihren Drinks gerne einen Heimatbezug. Im Korean Paloma trifft Tequila auf GohChuJhang Syrup.
Bildnachweis: Mr Susan

Koral blaue Wände, ein Bartresen aus rosafarbenem Terrazzo, davor Barhocker aus meerfarbenem Samt. Mr. Susan sorgt dafür, dass sich Spaß und Genuss nicht gegenseitig ausschließen. Die Karte enthält ungewöhnliche Zutaten wie Matcha, Karotten und Frischkäse, Letztere in Form eines würzigen Drinks namens Carrot Cake l. Unverkennbar sind die Verweise auf Gründerin Chois koreanische Wurzeln, etwa bei einem Drink aus Whiskey, Reissirup, Sesamsaat und koreanischem Gerstentee. Unter den Signature Drinks ist der Kimchi Michelada, ein Popsicle aus Tomatenkimchi mit hopfigem Lagerbier. Susan Chois Kimchi ist auch außerhalb von Drinks ein absolutes Muss und kann über die Website der Bar und in ausgewählten Läden gekauft werden. 

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