Fünf Glücksbringer-Speisen zu Mond-Neujahr und wo es diese in Deutschland gibt

Für ein ausgedehntes Essen an Mond-Neujahr mit der Familie oder Freunden wird der Tisch meist üppig und vielfältig gedeckt. Bildnachweis: Getty Images

Lunar New Year, auf Deutsch Mond-Neujahr, gilt in einigen Ländern Asiens als der Jahresbeginn. Anders als nach dem gregorianischen Kalender, richten sich Länder wie China, Taiwan, Südkorea, Vietnam oder auch Malaysia nach dem Mondkalender. Neujahr wird dort zu einer bestimmten Mondphase gefeiert, meist am Tag des Neumondes. Dadurch verschiebt sich das Fest von Jahr zu Jahr, doch liegt immer zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar. Dieses Jahr ist es am 22. Januar 2023 soweit und das Jahr des Hasens wird eingeleitet. In der chinesischen Kultur steht der Hase für Langlebigkeit, Frieden und Wohlstand.

Innerhalb der Familie ist es üblich, über bestimmte Speisetraditionen für möglichst viel Glück und viel Gutes im nächsten Jahr zu sorgen. Wir stellen ein paar Mond-Neujahrsklassiker vor und zeigen, welche Restaurants in Deutschland die traditionellen Gerichte anbieten.

Dumplings

Gedämpfte, längliche Teigtaschen im Bambuskörbchen, serviert mit einer dunklen Sojasoße.

Dumplings aller Art sind ein fester Bestandteil der Speisetradition an Mond-Neujahr. Je nach Herkunft, variieren sie in Form und Füllung.
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Eine der wahrscheinlich berühmtesten aller Teigtaschen ist die Chinesische. Sie trägt viele Namen, denn es gibt sie in vielen Arten: Jiaozi, Wan Tan und Boazi beispielsweise sind in Deutschland sehr verbreitete Teigtaschen aus China. Noch häufiger taucht der Begriff Dim Sum auf, der eigentlich ein Oberbegriff für alle kleinen, gedämpften oder frittierten Speisen ist. Da Teigtaschen allerdings den Großteil der Dim Sum ausmachen, wird der Begriff auf Speisekarten häufig als Synonym für Dumplings verwendet.

Gefüllte Teigtaschen sind in vielen asiatischen Küchen ein fundamentaler Bestandteil der Esskultur. In Südkorea heißen sie Mandu, in Taiwan sind vor allem Ba wan populär und aus Vietnam kennt man unter anderem knusprige Varianten, die in Fett ausgebacken werden. Dumplings gelten überall als klassisches Glücksessen am Neujahrsabend – sie sollen Wohlstand und Schätze für das neue Jahr bringen. Der Legende nach heißt es: je mehr Dumplings gegessen wurden, desto mehr Geld wird fließen.

Über knusprig gebackene Wan Tan gefüllt mit saisonalem Gemüse, Morcheln und würzigem Tofu kann man sich im Chen Che in Berlin freuen. Zart und im Bambuskörbchen gedämpft hingegen ist die Variante im Restaurant Nu, ebenfalls in Berlin. Im Jin Gui in Hamburg kommt man in den Genuss modern interpretierter Dim Sum, zu denen Teriyaki-Soße gereicht wird und in Münchener An Nam beist man in frisch frittierte vietnamesische Dumplings mit kräftiger Schweinefleisch-Garnelen-Füllung.

Ganzer gedämpfter Fisch

Ein ganzer, goldbraun gegarter Fisch, zu dem verschiedene Soßen und grüner Salat gereicht werden

Der ganze Fisch zu Mond-Neujahr steht für Überschuss und wird traditionell beim letzten Abendessen des Jahres mit der ganzen Familie geteilt.
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Ein ganzer Fisch zum Jahresende steht in China für Überschuss – das wiederum verspricht gute Aussichten für das kommende Jahr. Wer die vergangenen zwölf Monate über so vorausschauend gewirtschaftet und gespart hat, dass es zum letzten Abendessen des Jahres noch für einen ganzen Fisch reicht, wird es so im nächsten zu noch mehr Geld bringen, heißt es. Wichtig dabei ist jedoch, dass der Fisch das letzte Gericht ist, von dem noch etwas übrig bleibt. Nur so wird es auch im nächsten Jahr wieder einen Überschuss und folglich einen ganzen gedämpften Fisch geben.

Auch in Vietnam gehört der im Ganzen gedämpfte Fisch zu den Klassikern an Mond-Neujahr. Wenn dieser aromatisch ist und sich das Fleisch schon vom Knochen löst, hat der Koch oder die Köchin es geschafft, so heißt es.

Wunderbar genießen, gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden, lässt sich der im Ganzen gedämpfte Wolfsbarsch im Lychee Restaurant in Berlin und im Le Voyage in München. Einen saftig-zarten Heilbutt nach chinesischer Art kann man sich auch im Golden Phoenix in Berlin in netter Runde teilen. Karamellisiert und mit leichter Kruste hingegen ist die vietnamesische Version im Jaadin Grillhouse in München, die einen herzhaften Duft nach Geschmortem verströmt.

Nudeln

Eine große Schüssel Nudeln, die mit buntem Gemüse, zartem Fleisch und Sojasoße vermengt sind

Nichts geht über Nudeln. Ob gebraten, in der Brühe, in Öl oder gedämpft – sie gehören zu jedem Mond-Neujahrsfest.
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Kaum etwas ist so prägend für die verschiedenen asiatischen Küche wie Nudeln. Gebraten oder gekocht, aus Weizen oder Reis, mit oder ohne Ei – die Vielfalt ist groß. Kein Wunder also, dass auch Nudeln ein fester Bestandteil der Speisetradition an Mond-Neujahr in China, Vietnam oder auch in Taiwan sind.

Im Norden Chinas werden sie am ersten Tag des neuen Jahres vor allem gegessen, um für Langlebigkeit und Glück zu garantieren. Die sogenannten Longevity Noodles, die für diesen Tag hergestellt werden, sind handgezogene Nudeln. Anders als üblich, werden diese nicht nochmal geschnitten, sondern am Stück gelassen und am besten auch am Stück gegessen. Diese extralangen Nudeln sollen symbolisch für ein langes Leben stehen.

Die glutenfreie Version aus Reismehl ist vor allem in Vietnam beliebt. Serviert in heißer Fleischbrühe, machen die Reisbandnudeln das wahrscheinlich bekannteste Gericht Vietnams aus: Pho. Diese Suppe wird auch zum Neujahrsfest gegessen, ob mit Rind, Huhn oder vegetarisch. Nudeln gelten allgemein als Glücksbringer.

In vielen Restaurants in Deutschland gibt es Nudelgerichte aus verschiedenen asiatischen Küchen, die wunderbar zum Mond-Neujahrsfest passen.

Die Vielfalt der Nudeln lässt sich zum Beispiel in der Peking Ente in Berlin mit gebratenen Eiernudeln genießen. Soba Nudeln schlürfen geht im Nakama in Hamburg und das Tianfuzius in Berlin bietet einen nussig-scharfen DanDanMian Nudelsalat, der lauwarm serviert wird. Heiß und in Brühe sorgen die breiten Reisbandnudeln im Vipho in Frankfurt am Main für ein besonders wohltuendes Essen.

Koreanische Pfannkuchen

Ein runder, goldgelber koreanischer Pfannkuchen, daneben eine scharfe und eine milde Soße in kleinen Schälchen.

Die koreanischen Pfannkuchen sind saftig und herzhaft. Bei der Auswahl an Zutaten sind beinahe keine Grenzen gesetzt, was sie besonders beliebt macht.
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Auch in Südkorea feiern sie Neujahr nach dem Mondkalender und auch dort spielt das Essen dabei eine wichtige Rolle. Typisch für das Neujahrsfest sind zum Beispiel die koreanischen Pfannkuchen namens Jeon. Aus fein geschnittenem Gemüse, Frühlingszwiebeln, Fleisch oder Fisch wird ein flacher Fladen geformt, der vor dem Frittieren in Öl mit Weizenmehl und Ei bestrichen wird, damit er zusammenhält und eine goldbraune Farbe bekommt. Je nach Region, Familientradition und Geschmack kann der Jeon aus allen möglichen Zutaten hergestellt werden, beliebt ist beispielsweise eine Kombination aus Kimchi und Meeresfrüchten.

Eine weitere, verbreitete Variante der koreanischen Pfannkuchen heißt Bindaetteok. Diese ist etwas dicker und wird aus gemahlenen Mungbohnen, klein geschnittenem und gewürztem Schweinefleisch, Gemüse und Kimchi hergestellt und häufig mit Fleisch garniert. Heutzutage sind die koreanischen Pfannkuchen fester Bestandteil des Neujahrsfests in beinahe jeder Familie.

Einen Bissen in die saftigen Bindaetteok aus Mungbohnen gibt es im Han-Mi in Hamburg. Im SSAM in Berlin servieren sie die klassische Variante mit Frühlingszwiebeln, im Kochu Karu in Berlin einen leicht scharfen Jeon mit Kimchi. In München im Yuyumi gibt es die herzhaften koreanischen Pfannkuchen mit Meeresfrüchten.

Teigbällchen

Ein Teller mit süßen, goldbraunen Bällchen, die einen Mantel aus Sesam haben.

Frittierte oder pochierte Bällchen aus Reismehl sind ein beliebtes Dessert zu Mond-Neujahr. Die Variante mit Sesammantel schmeckt süß und leicht nussig.
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Teigbällchen verschiedener Art sind ein typisches Dessert für das Neujahrsfest in China, denn die runde Form steht in der chinesischen Kultur für Vollkommenheit und symbolisiert das Wiedersehen und das Beisammensein mit der ganzen Familie.

Weit verbreitet in China, aber auch in Vietnam und Taiwan, sind süße Reisbällchen, hergestellt aus Klebreis. Diese runden Reisbällchen namens Tangyuan werden in China häufig mit einer halbflüssigen Füllung aus schwarzer Sesampaste, roter Bohnenpaste oder Erdnussmus gefüllt und in einer gesüßten Flüssigkeit serviert. Die äußere Schicht ist weich und klebrig und erinnert an Mochi. In Taiwan heißen sie Niangao und werden in Fett ausgebacken. Die vietnamesischen Reisbällchen namens Chè Trôi Nuóc werden zum Nachtisch häufig in einer cremigen Kokosmilch serviert, die mit Pandan-Blättern aromatisiert wird.

Beliebt sind auch die frittierten Sesambällchen, die es sowohl aus Reis-, als auch aus Weizenmehl gibt. Letztere werden häufig als „lächelnde Sesambällchen“ bezeichnet, da sich nach dem Frittieren ein kleiner Spalt in der Teigkugel öffnet, der wie ein lächelnder Mund aussieht.

Die süßen, gebackenen Sesambällchen servieren das Yu Garden Restaurant in Hamburg oder auch das King Fusion in Düsseldorf. In den Genuss eines Desserts aus saftigen Klebreisbällchen mit Kokos kommt man im Ya the Mandarin Room und im ChuChin in München.